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23.05.2017Vom Baum zum Holzhaus: Bundestagsabgeordnete Kühn und Ebner besuchen das Holzwerk Keck

Die BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN-Bundestagsabgeordneten Harald Ebner (Schwäbisch Hall, forstpolitischer Sprecher) und Chris Kühn (Tübingen, baupolitischer Sprecher) haben sich am 23. Mai 2017 bei einem Besuch des Sägewerks Keck über die lokale Verarbeitung und die Klimaschutzleistung des wichtigsten nachwachsenden Rohstoffs des Landes informiert.

Deutschland hat sich ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt: Bis 2050 soll der CO2-Ausstoß um mindestens 80 Prozent gesenkt werden. Holznutzung trägt zum Erreichen dieser Ziele gleich in doppelter Weise bei. Zum einen entzieht Holz der Atmosphäre CO2, indem es den darin enthaltenen Kohlenstoff langfristig im Stamm einlagert. Darüber hinaus ersetzt es energieintensive Baustoffe – ein relevanter Faktor, da im Gebäudesektor 30 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen anfallen.

„Bauen verbraucht 60 Prozent der weltweit genutzten Ressourcen. China hat in den Jahren 2008 bis 2010 mehr Beton verbraucht als die USA im ganzen 20. Jahrhundert. Wenn der Bauboom in Deutschland und dem Rest der Welt weiter so anhält, dann verbrauchen wir 80 Prozent unseres C02-Budgets, um die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, nur fürs Bauen. Wenn wir die Welt so, wie sie ist, erhalten wollen, müssen wir anders bauen: ressourcenschonender, nachhaltiger, klimafreundlicher. Der Wald ist ein besonders nachhaltiger Lieferant, weil Bäume, anders als Stahl, Aluminium, Öl und Beton, nachwachsend sind. Mit CO2, Wasser und Licht wird der Rohstoff Holz zudem besonders umweltfreundlich produziert und nicht unter menschenunwürdigen und umweltschädlichen Methoden abgebaut“, so Chris Kühn. „Für jeden Kubikmeter Holz, der als Ersatz für konventionelle Baumaterialien eingesetzt wird, wird ungefähr eine Tonne CO2 weniger in die Atmosphäre geblasen. Bei einer 70 m2 großen Wohnung in einem mehrgeschossigen Wohnhaus entspricht dies, je nach Bautechnik, zwischen 15 und 25 Tonnen CO2. Für uns Grüne ist klar: Holzbau ist das Bauen der Zukunft.“

Der Rohstoff für das Bauen der Zukunft entsteht direkt vor der Haustür. Und er wird immer mehr, da deutschlandweit weniger Holz geerntet wird als nachwächst. Konkrete Zahlen veranschaulichen diese Holzmengen: Alle 20 Sekunden wächst in deutschen Wäldern ein neues Holzhaus nach.

„Um das Klimaschutzpotenzial des Holzbaus besser zu nutzen, müssen wir Hürden und Benachteiligungen des Holzeinsatzes gegenüber fossilen Baustoffen umfassend abbauen, wie wir es in einem Antrag vorschlagen. Das Erfolgsbeispiel EEG zeigt, wie wichtig eine wirksame Förderung für erneuerbare Ressourcen ist! Es ist ein Armutszeugnis, dass die Bundesregierung umfassende Unterstützung für den Holzbau verweigert mit dem Hinweis, Holz müsse sich sein Marktpotenzial selbst erschließen“, ergänzt Harald Ebner.

Bei der Führung durch den Betrieb erläuterte der Geschäftsführer Steffen Rathke, wie das mittelständische Laubholz-Sägewerk das Holz aus der Umgebung mit modernster Technik verarbeitet. Das Familienunternehmen mit 35 Mitarbeitern wird inzwischen von der vierten Generation geführt. „Wir sind stolz darauf, nicht nur einen wunderschönen Rohstoff zu verarbeiten, sondern ihn auch besonders ressourceneffizient zu nutzen. Das Holz wächst in der Region, die benötigte Energie für die Trocknung erzeugen wir aus Sägenebenprodukten überwiegend selbst und durch mehrstufige Nutzungskaskaden kann das Holz optimal verwendet werden“, so Rathke.

Der Unternehmer engagiert sich auch auf Bundesebene für die Holzwirtschaft. Als Vize-Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates und Sprecher der Plattform Forst und Holz ist er beispielsweise im Rahmen der Charta für Holz 2.0 des Bundeslandwirtschaftsministeriums aktiv. Ein zentrales Thema der Charta ist der Holzbau. „Von der Politik wünschen wir uns, die Rahmenbedingungen für eine gesicherte, regionale Rohstoffversorgung und das Bauen mit Holz zu verbessern.“

vlnr: Christoph Jost (Geschäftsführer proHolz Baden-Württemberg), Chris Kühn (MdB BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Harald Ebner (MdB BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Steffen Rathke (Geschäftsführer Holzwerke Keck, DHWR-Vizepräsident), Dr. Denny Ohnesorge (Geschäftsführer DHWR)