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02.02.2017Klimaschutz geht anders – neuer Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes blickt mit Scheuklappen auf die Bauwirtschaft

Das Energieeinsparrecht zu vereinheitlichen, ist schon lange überfällig. Doch mit dem aktuellen Referentenentwurf des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), das Energieeinsparverordnung und Wärmegesetz zusammenführen soll, vergibt das Bundesbauministerium (BMUB) die Chance, endlich den gesamten Gebäude-Lebenszyklus in den Blick zu nehmen. 

Ziel des Gesetzes ist, „im Interesse des Klimaschutzes, der Schonung fossiler Ressourcen und der Minderung der Abhängigkeit von Energieimporten dazu beitragen, die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung (…) zu erreichen, und eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen.“ Insbesondere soll ein klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050 sowie die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte auf 14 Prozent bis zum Jahr 2020 erreicht werden. 

Dass besonders im Gebäudesektor großes Potenzial schlummert um die Klimabilanz zu verbessern, ist lange bekannt. Doch Gebäude werden nicht nur genutzt, sondern zuvor gebaut und letztendlich recycelt. 

Hier liegt mittlerweile ein größeres Potential Treibhausgase einzusparen als in der Nutzungsphase von Gebäuden. Die Baustoffe unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Klimarelevanz teilweise erheblich. Warum also fokussiert sich der Gesetzentwurf wieder nur auf die Bewertung der Energieeffizienz in der Nutzungsphase von Gebäuden, obwohl die entscheidende Frage letztlich lauten muss: Wie kann beim Bauen und Wohnen das meiste CO2 eingespart werden? 

Substitutionseffekt nicht berücksichtigt

Mit der Holzbauweise sind je nach Bauteil technisch schon heute weitaus schärfere Grenzwerte ohne weiteres zu erfüllen, sein wahres Potenzial entfaltet die Holzbauweise aber in der CO2-Gesamtbilanz von Gebäuden.

Die Fakten sind klar: Im Herstellung- und Entsorgungsprozess nicht-erneuerbarer Baumaterialien wird eine große Menge CO2 freigesetzt – häufig so viel, wie in mehreren Jahrzehnten der Nutzung verbraucht wird. Klimapolitisch ist nicht nachvollziehbar, dass dies weder im Gesetz, noch in der Energiebilanz des Gebäudes oder im Energieausweis berücksichtigt wird. 

Die vollständige Stellungnahme des DHWR finden Sie hier.

Grafik Substitutionseffekt (Download)