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23.10.2017Klarstellung statt Impuls für Nachhaltigkeit: Öffentliche Hand misst weiterhin mit zweierlei Maß

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat e. V. (DHWR) begrüßt den am 6. Oktober veröffentlichten „Gemeinsamen Leitfaden“ zum Beschaffungserlass Holzprodukte der vier Bundesministerien für Landwirtschaft, Wirtschaft, Verkehr und Umwelt. Der Verband kritisiert jedoch die anhaltende Ungleichbehandlung des Baustoffes Holz gegenüber anderen Baumaterialien sowie den hohen bürokratischen Aufwand.

Mit dem „Gemeinsamen Leitfaden“ als Ergänzung des Gemeinsamen Erlasses zur Beschaffung von Holzprodukten folgt die Bundesregierung einerseits den Forderungen des DHWR nach einer Konkretisierung der Vorgaben für Ausschreibungen der öffentlichen Hand sowie nach Bürokratieabbau. Andererseits zementiert der weiterhin bestehende Erlass jedoch die Ungleichbehandlung von Holz und Holzprodukten in der öffentlichen Beschaffung. Der wichtigste nachwachsende Rohstoff des Landes ist der einzige Bau- und Werkstoff, der derart mit strengen Umwelt- und Sozialstandards belegt wird.

Das in Deutschland geerntete Holz wird überwiegend im Bausektor eingesetzt. „Warum die Bundesregierung mit dem Beschaffungserlass Holz weiterhin darauf verzichtet, einen klaren Impuls für Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung zu setzen, ist für uns nicht nachvollziehbar“, so Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer des DHWR.

Zwar wurde die Nachweisführung durch die Klarstellung effizienter gestaltet und auch eine Bagatellgrenze bei Beschaffungen unter 2.000 Euro eingeführt. Die Mehrkosten für die Zertifizierung bzw. Nachweisführung können dennoch je nach Auftragswert bis zu zehn Prozent des Auftragsvolumens ausmachen. „Für einen fairen Wettbewerb sollten, wenn schon, dann alle Produkte gleichermaßen mit Umwelt und Sozialstandards in der öffentlichen Beschaffung belegt werden“, so Ohnesorge.

Beschaffungserlass im Gemeinsamen Ministerialblatt

Pressekontakt

Dr. Denny Ohnesorge
Deutscher Holzwirtschaftsrat e.V. (DHWR)
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin
Tel.:       +49 30 72 0204 3885           
E-Mail:   presse@dhwr.de
Web:      www.dhwr.de

Über den Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR)

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) hat 13 Mitgliedsverbände mit über 70.000 Betrieben, die mit ca. 650.000 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 120 Milliarden Euro generieren. Die Dachorganisation der deutschen Holzwirtschaft deckt durch die Mitgliedschaft der führenden Verbände der Holzbranche die gesamte Wertschöpfungskette ab. Diese reicht vom Rohholz, das von der Säge-, Holzwerkstoff- sowie Zellstoff- und Papierindustrie bearbeitet wird, über die Weiterverarbeitung von Holz und Holzprodukten in der Möbel- und Packmittelindustrie, in der Pelletproduktion sowie in den Handwerksbetrieben und im Holzbau, bis hin zum Vertrieb durch den Handel und die Makler. Der Kreislauf schließt sich durch das Recycling von Altpapier und Holz.