Pressemitteilungen


08.11.2017Holzwirtschaft begrüßt Klarstellung des nordrhein-westfälischen Bauministeriums zum Bauen mit Holz

Am 2. November 2017 diskutierte die nordrhein-westfälische Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung Ina Scharrenbach mit Vertretern der Holzwirtschaft die Auswirkungen des Moratoriums zur Landesbauordnung. Die Holzwirtschaft sieht mehrere geplante und laufende Projekte, insbesondere im mehrgeschossigen Hausbau, gefährdet.

Mit der Novellierung der nordrhein-westfälischen Bauordnung im Jahr 2016 und der damit verbundenen Einführung der Gebäudeklasse 4 ebnete Nordrhein-Westfalen als eines der letzten Bundesländer den Weg für den Einsatz von Holz in tragender Funktion in vier- und fünfgeschossigen Wohngebäuden als Regelkonstruktion. 

Die neue Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, schlug kurz nach der Regierungsbildung im Juli 2017 dem Landesgesetzgeber vor, die Fristen zum Inkrafttreten der Landesbauordnung vom 28. Dezember 2017 um zwölf Monate auf den 28. Dezember 2018 zu verschieben. Der Landtag will sich über das Moratorium noch einmal intensiv mit der Kritik an der Landesbauordnung auseinandersetzen und baukostensteigernde Regulierungen und Vorgaben auf den Prüfstand stellen. Die Holzwirtschaft befürchtet durch das Moratorium jedoch massive Auswirkungen auf den Holzbau. Wie aktuelle Befragungsergebnisse in Kooperation mit dem Informationsdienst Holz ergaben, sind mehrere Projekte bereits mit Bezug zur novellierten Bauordnung im laufenden Genehmigungsverfahren. Die Verbände der Holzwirtschaft begrüßen daher die von der Ministerin kürzlich veröffentlichte Klarstellung (PDF), dass aus Sicht der obersten Baubehörde keine Bedenken bestehen, wenn bereits jetzt unter Erteilung einer Abweichung nach § 73 der Bauordnung NRW die neuen Regelungen zum Bauen mit Holz zur Anwendung gelangen.

„Unsere Aussage gilt: Nordrhein-Westfalen wird die neuen Regelungen der Landesbauordnung zum Bauen mit Holz bereits jetzt anwenden. Diese Ausnahme machen wir möglich. Darüber hinaus werden wir das Moratorium zur Landesbauordnung nutzen,um weitere Möglichkeiten auszuloten den Holzbau in Nordrhein-Werstfalen einen Schub nach vorne zu geben. Bauen mit Holz dient auch dem Klimaschutz. Holzbau ist insgesamt ein kleiner aber bedeutender Baustein in der Baubranche in Nordrhein-Westfalen,“ sagte Ministerin Scharrenbach bei dem Gespräch.

Holzbau kann Wohnraumbedarf in NRW decken

Die Vertreter des DHWR und der nordrhein-westfälischen Holzbauverbände erörterten mit der Bauministerin, wie das Moratorium auch genutzt werden kann, um einen Schritt weiter zu gehen, als nur die mehr als 16 Jahre alte Musterbauordnung einzuführen. Der Wohnungsbedarf ist in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens riesig und kann nur durch intelligente und flexible Bauweisen befriedigt werden. Hier spielt Holz seine Vorteile aus: Wie eine Studie der TU Darmstadt verdeutlicht, lassen sich durch Aufstockungen bestehender Gebäude allein in NRW mehr als 400.000 zusätzliche Wohnungen schaffen. Doch auch im mehrgeschossigen Hausbau zeigen bereits viele Beispiele in Nordrhein-Westfalen, wie mit dem klimafreundlichen Baustoff in kürzester Zeit hochwertiger Wohnraum geschaffen werden kann. 

Deshalb stehen der Deutsche Holzwirtschaftsrat gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Landesbeirat Holz sowie den Holzbauverbänden (Innungsverband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Westfalen und Zimmerer- und Holzbau-Verband Nordrhein) weiterhin im Austausch mit dem Ministerium. 

Hintergrund

Mit dem Moratorium der Landesbauordnungs-Novelle gilt wieder die alte Bauordnung - mit Ausnahme der neuen Regelungen zu den Bauprodukten und Bauarten, die an Vorgaben der Europäischen Union angepasst wurden und am 28. Juni 2017 in Kraft getreten sind. Das Verfahren und die Anforderungen hierzu sind jedoch sehr uneinheitlich und liegen im Ermessen der zuständigen Baubehörde. 

Teilnehmer des Gesprächs mit Bauministerin Scharrenbach (vlnr), Bildquelle: Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen   

  • Martin Opitz, Opitz Holzbau GmbH
  • Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer Deutscher Holzwirtschaftsrat e.V.
  • Markus Becker, Vorsitzender Innungsverband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Westfalen
  • Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Michael Höllrigl, Baugewerblicher Verband, Geschäftsführer des Zimmerer- und Holzbau-Verbandes Nordrhein
  • Xaver Haas, Präsident Deutscher Holzwirtschaftsrat e.V.
  • Josef Terhalle, Vorstandsmitglied im Innungsverband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Westfalen
  • Dr. Hendrik Seibel, Architektur Consult
  • Matthias Eisfeld, Geschäftsführer Innungsverband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Westfalen

Download Pressebild

Pressekontakt

Dr. Denny Ohnesorge
Deutscher Holzwirtschaftsrat e.V. (DHWR)
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin
Tel.:       +49 30 72 0204 3885           
E-Mail:   presse@dhwr.de
Web:      www.dhwr.de

Über den Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR)

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) hat 13 Mitgliedsverbände mit über 70.000 Betrieben, die mit ca. 650.000 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 120 Milliarden Euro generieren. Die Dachorganisation der deutschen Holzwirtschaft deckt durch die Mitgliedschaft der führenden Verbände der Holzbranche die gesamte Wertschöpfungskette ab. Diese reicht vom Rohholz, das von der Säge-, Holzwerkstoff- sowie Zellstoff- und Papierindustrie bearbeitet wird, über die Weiterverarbeitung von Holz und Holzprodukten in der Möbel- und Packmittelindustrie, in der Pelletproduktion sowie in den Handwerksbetrieben und im Holzbau, bis hin zum Vertrieb durch den Handel und die Makler. Der Kreislauf schließt sich durch das Recycling von Altpapier und Holz.