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05.11.2019Marktstudie zum öffentlichen Bauen Holz in Berlin veröffentlicht

Der Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg e.V. erarbeitete im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz eine Marktstudie zum öffentlichen Bauen mit dem nachwachsenden Baustoff Holz in Berlin. Es wurden Potentiale und Herrausforderungen für das öffentliche Bauen mit Holz in der Landeshauptstadt analysiert und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Nun liegt der Abschlussbericht zur Marktstudie vor.

Berlin als Landeshauptstadt benötigt bis 2030 etwa 200.000 neue Wohnungen, um die gestiegene Nachfrage nach bezahlbaren Wohnraum zu decken. Zusätzlich verfolgt das Land Berlin das Ziel, seine Kohlendioxid(CO2)-Emissionen bis 2050 um mindestens 85 Prozent bezogen auf das Basisjahr 1990 zu reduzieren. Öffentliche Gebäude, Wohnungsneubau und Nachverdichtungen in Holzbauweise können einen klimafreundlichen Beitrag leisten, zusätzlichen Wohnraum und hochwertige öffentliche Infrastruktur zu schaffen.

Die Stadt Berlin setzte mehrere Maßnahmen zur Förderung des Holzbaus in der Stadt um. Beispielsweise verbesserte die Novelle der Berliner Landesbauordnung im April 2018 die baurechtlichen Rahmenbedingungen für den Holzbau, insbesondere für mehrgeschossige Gebäude aus Holz. Als eine der im Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK) vom Berliner Senat beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen soll der Baustoff Holz fortan in deutlich stärkerem Umfang als bisher insbesondere bei öffentlichen Bauvorhaben eingesetzt werden. In der überarbeiteten „Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt“ wird für bauliche Wettbewerbe für Gebäude festgelegt, dass „die Möglichkeiten, Holz für die Baukonstruktion und tragenden Bauteile zu verwenden, zu prüfen sind.

Nicht zuletzt wurden als Vorbild der öffentlichen Hand mehrere Bauvorhaben des Landes Berlin im Bereich Kita- und Schulneubau in Holzbauweise ausgeschrieben.

Die wichtigsten Ergebnisse der Marktrecherche sind:

  • Die Unternehmen bieten eine breite Palette an Holzbauweisen in Vorfertigung an. Die Mehrheit fertigt in 2D-Modulbauweise – z.B. Wand- und Deckenmodule. Allerdings werden nur von wenigen Unternehmen Raumzellenmodule ausgeführt.
  • Die Leistungen werden durch die Mehrheit der Unternehmen je nach Projekt als Einzelgewerk und auch gewerkeübergreifend bis zum Raumabschluss angeboten.
  • Als größte Hemmnisse an Ausschreibungen der öffentlichen Hand teilzunehmen wurden der hohe Aufwand zur Teilnahme am Vergabeverfahren, verbunden mit unzureichenden Ausschreibungsunterlagen, die Forderung einer Generalübernehmerschaft, kurze Bieterfristen und die Dauer des Zahlungseingangs genannt.
  • Eine Generalüber- bzw. unternehmerschaft birgt für kleinere, regionale Unternehmen außerhalb von Arbeitsgemeinschaften bei besonders großen Projekten meist ein zu hohes wirtschaftliches Risiko und erfordert eine sehr komplexe Abwicklung.
  • Die erforderliche Vorlaufzeit zur Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen wird im Durchschnitt mit sechs bis acht Wochen angegeben.
  • Die Qualität der Ausschreibungsunterlagen ist sehr unterschiedlich. Die Kompetenz im Holzbau auf Seiten der Planung, Architekten und Ingenieure sollte verbessert werden.
  • BIM als interdisziplinäres Planungstool wird nur von einigen größeren Unternehmen verwendet. 3D-Planungstools sind verbreitet; für eine Zusammenarbeit wie bei BIM fehlt oft die Kompetenz und Akzeptanz der Projektpartner und Subunternehmer.

Den vollständigen Endbericht finden Sie hier: Download Endbericht