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27.02.2019Studie: Nachverdichtung und Aufstockung können Wohnungsbedarf decken

BERLIN  In Deutschland fehlen eine Millionen Wohnungen. Nachverdichtung und Aufstockung können das Problem lösen. Das zeigt eine Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Pestel-Instituts, die am 27. Februar im Haus der Bundespressekonferenz vorgestellt wurde. Die Initiatoren, zu denen der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) gehört, fordern von der Politik nun nötige Rahmenbedingungen.

In Städten und urbanen Gebieten ist die Nachfrage nach bezahlbaren Unterkünften inzwischen zum zentralen Thema geworden. Viele Kommunen können oder wollen nicht mehr in die Fläche wachsen. Die Bundesregierung möchte den Flächenverbrauch für Siedlungen und Verkehr ab 2020 halbieren. Als vielversprechende Ansätze gelten Nachverdichtung und Aufstockung – und die Möglichkeiten scheinen tatsächlich immens: Die in Berlin vorgestellte "Deutschland-Studie 2019: Wohnraum-Potenziale in urbanen Lagen – Aufstockung und Umnutzung von Nicht-Wohngebäuden" der TU Darmstadt und des Pestel-Insituts zeigt: insgesamt könnten auf diesem Weg bis zu 2,7 Millionen neue Wohnungen im innerstädtischen Bestand entstehen.

Potenzial verdoppelt sich durch Nicht-Wohngebäude

Bereits 2016 wiesen die Wissenschaftler das Potenzial von Dachaufstockungen auf Wohngebäuden der 1950er- bis 1990er-Jahre nach. Deren Schaffung ermöglicht bis zu 1,5 Millionen neue Wohneinheiten. In der Neuauflage der Studie lag der Fokus auf Nicht-Wohngebäuden. Nach der Analyse von Gebäuden und Fla?chen, unter anderem durch die Auswertung von Luftbildern, kommen die Forscher zum Ergebnis: durch das "Wohnbar-Machen" von Parkhäusern und -plätzen, Discountern, Bürogebäuden und Tankstellen können weitere 1,2 Millionen Wohnungen entstehen.

Unzeitgemäße Vorgaben hemmen die Praxis

DeSH-Geschäftsführer Lars Schmidt sieht das Anliegen der Verbändegemeinschaft aus der Bau- und Immobilienbranche durch die "Deutschland-Inventur" untermauert: "Aufstockungen und Nachverdichtungen sind der ressourceneffizienteste Weg, dringend benötigten neuen Wohnraum zu schaffen, ohne neue Flächen beanspruchen zu müssen. Daran sollte allen gelegen sein." Derzeit hemmen politischen Rahmenbedingungen die Umnutzung aber vielerorts. Die Verbände fordern daher, bauordnungs- und bauplanungsrechtliche Vorgaben im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung anzupassen und finanzielle Anreize für flächenschonende Wohnbaumaßnahmen zu schaffen. Der Holzindustrie liegt besonders die Gleichbehandlung tragender und aussteifender Baustoffe am Herzen: "Technisch sind Holz kaum mehr Grenzen gesetzt, gerade in hybrider Bauweise mit anderen Materialien. Es ist leicht, flexibel und entspricht höchsten Standards. Seriell und modular vorgefertigte Bauteile ermöglichen zudem kürzeste Bauzeiten mit hervorragender ökologischer und energetischer Bilanz. Das sollte Anerkennung in der Politik und in den Bauordnungen finden."

Hintergrund:

In dem auftraggebenden Verbändebündnis zusammengeschlossen haben sich: die Bundesarchitektenkammer (BAK), die Bundesingenieurkammer (BingK), die Wohnungswirtschaft Deutschland (GdW), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), der Immobilienverband Deutschland (IVD), Haus & Grund, der Verband Privater Bauherren (VPB), der Bundesverband Deutscher Baustoff- Fachhandel (BDB), WIR für Ausbau und Trockenbau (WIR), die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs), der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH), der Fachverband Mineralwolleindustrie (FMI), der Bundesverband Flachglas (BF), der Verband Fenster und Fassade (VFF) und der das Bündnis koordinierende Bundesverband der Gipsindustrie (GIPS).

Pressekontakt:

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Über die Deutsche Säge- und Holzindustrie

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) vertritt die Interessen der deutschen Säge- und Holzindustrie auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Dabei steht der Verband seinen Mitgliedern, darunter mehr als 600 Unternehmen aus ganz Deutschland, in wirtschafts- und branchenpolitischen Angelegenheiten zur Seite und unterstützt die kontinuierliche Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Verwendung des Rohstoffes Holz. Der Verband tritt in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik und Forschung. Bei der Umsetzung ihrer Ziele steht Die Deutsche Säge- und Holzindustrie für eine umweltverträgliche und wertschöpfende Nutzung des Werkstoffs und Bioenergieträgers Holz.