Aktuelle Nachrichten


19.10.2016Die Grünen befürworten Steigerung nachhaltiger Holzbauweisen

Bei ihrem Treffen am Montag, den 17.10.2016, in Berlin erörterten Dr. Denny Ohnesorge (Geschäftsführer des Deutschen Holzwirtschaftsrates) und Grünen-Politiker Christian Kühn (MdB und Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik) zentrale Positionen von DHWR und Grünen bezüglich der Perspektiven nachhaltiger Holzwirtschaft in Deutschland. Beide Seiten sprechen sich in diesem Zusammenhang für Initiativen zur Steigerung nachhaltiger Holzbauweisen aus.

Dass die Präsenz des Themas auf der politischen Agenda stetig steigt, zeigt die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen vom Juli 2016 an die Bundesregierung (Drucksache 18/9156), in der sich die Fraktion unter anderem nach geplanten Aktivitäten zur Förderung des Holzbaus, dem Marktanteil nachwachsender Rohstoffe im Baubereich, einer möglichen Vereinheitlichung der Länderbauordnungen/Novellierung der Musterbauordnung sowie dem Anteil der öffentlichen Gebäude in Holzbauweise erkundigt.

In ihrer Antwort sprach sich die Bundesregierung gegen eine nationale Holzbaustrategie nach schwedischem Vorbild aus und erklärte, dass Holz als Baustoff sich sein Marktpotential in Konkurrenz selbst erschließen solle. Es seien keine gesetzlichen Regelungen geplant, um dem Baustoff Holz zu einer besseren Marktpositionierung zu verhelfen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen durch Standardisierungen nach österreichischem Vorbild bestehende Hindernisse für die Verwendung von Holz als Baustoff soweit wie möglich ausgeräumt werden. Zudem werde derzeit geprüft, wie der Einsatz nachwachsender Baustoffe als Beitrag zum Klimaschutz vorangebracht werden könne. Für Angaben zum Nutzungsanteil nachwachsender Rohstoffe im Bausektor verwies die Bundesregierung auf Daten zu Teilmärkten des Statistischen Bundesamtes. Zum Anteil öffentlicher Gebäude in Holzbauweise lägen keine Statistiken vor. Des Weiteren empfiehlt sie den Ländern, die Landesbauordnungen noch konsequenter an der Musterbauordnung zu orientieren und sich bei Wahlmöglichkeiten auf einheitliche Regelungen zu verständigen. Ziel sei eine bundesweit einheitliche Übernahme der Musterbauordnung. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit werde daher Empfehlungen für eine Überarbeitung der Musterbauordnung ausarbeiten und in den kommenden Monaten mit den Ländern diskutieren.

Christian Kühn war maßgeblich an der Kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen  an die Bundesregierung zum Holzbau beteiligt. Im Gespräch mit Denny Ohnesorge machte er deutlich, dass die Grünen das Bauen mit Holz als Möglichkeit sehen, einen ökologischen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und daher eine Steigerung der Holzbauweisen aus nachhaltig erzeugten nachwachsenden Rohstoffen befürworten. Darüber hinaus wies der Politiker auf die Bedeutung des ressourceneffizienten Einsatzes von Holz und diesbezüglichen Forschungsbedarf hin.

Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Holzbau 

Im aktuellen Antrag „Den Holzbau und das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen stärken“ an die Bundesregierung (Drucksache 18/9803) fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine „nationale Holzbaustrategie für Hochbau und Ingenieurbau“, um „den Einsatz ökologischer Baustoffe im Neubau und bei der energetischen Sanierung zu fördern.“ Petrochemische und alle CO₂-intensiven Baustoffe sollen demnach nicht weiter subventioniert werden.

Denny Ohnesorge überreichte Kühn auch ein Exemplar der Roadmap "Holzwirtschaft 2025" und stelle ihm anhand der dort skizzierten Themen die Herausforderungen der Branche und den politischen Fahrplan des Dachverbandes vor. Darüber hinaus diskutierten Kühn und Ohnesorge über die politischen Handlungsfelder auf Bundes- und Landesebene. Der DHWR-Geschäftsführer betonte dabei, dass die Grünen im Sinne ihres Antrags zur Förderung des Holzbaus an die Bundesregierung vor allem dort die Initiative ergreifen, wo sie derzeit auf Landesebene in Regierungsverantwortung stehen. An ihr Gespräch anknüpfend, vereinbarten die beiden einen weiteren, regelmäßigen Informationsaustausch.