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17.08.2018Schweden: Wie eine ganzheitliche Regierungsstrategie das Bauen mit Holz fördern kann

Der DHWR veröffentlicht eine Analyse der Ziele, Maßnahmen und Erfolge der schwedischen Strategie zur Förderung der Holzverwendung im Bau seit 2004. 

Das Dokument ist eine sinngemäße Übersetzung und Zusammenfassung der schwedischen Holzbaustrategie und der von der Regierung veröffentlichten Abschlussevaluation. Die statistischen Zahlen sind der benannten Veröffentlichung des Thünen-Instituts entnommen oder spiegeln die Prognose der Linköpings Universität wider. 

„Ein zentrales Ziel der deutschen Holzwirtschaft ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Bauen mit Holz. Wir wollen dazu beitragen, dass der Anteil des Holzbaus in Deutschland bis zum Jahr 2025 deutlich steigt – nicht nur im mehrgeschossigen Hausbau, sondern auch bei Ein- und Zweifamilienhäusern und landwirtschaftlichen Nutzgebäuden“, so der DHWR-Geschäftsführer und Vorsitzende der AG Bauen mit Holz der „Charta für Holz 2.0“ Dr. Denny Ohnesorge.

„In der DHWR-Roadmap ‚Holzwirtschaft 2025‘ haben wir dieses Ziel mit konkreten Empfehlungen für die Politik versehen. Hierbei lohnt sich ein Blick über den Tellerrand – zum Holzbaumusterland Schweden. Die vom DHWR jetzt veröffentlichte Analyse der dortigen, ganzheitlichen Regierungsstrategie zur Förderung der Holzverwendung kann als Vorbild und Anregung für die Bundesrepublik dienen. Sie soll unsere Branche sowie die politischen Akteure dabei unterstützen, geeignete Maßnahmen für die weitere Entwicklung des Holzbaus in Deutschland zu formulieren.“

Zusammenfassung:

Die schwedische Holzbaustrategie wurde 2002 ins Leben gerufen. Sie war bis 2008 befristet, jedoch laufen einige Maßnahmen weiter. Mittlerweile gibt es auf lokaler und kommunaler Ebene viele Projekte, die nun selbst den Holzbau fördern. Der Marktanteil von Holzbauwerken wurde bei neuen mehrgeschossigen Wohnungsbauten gegenüber dem Jahr 2000 von 1 % auf insgesamt 17 % gesteigert. Hallenbauten nahmen von nur 5 % auf ganze 40 % Marktanteil beim Neubau zu. Die gesetzte Brückenquote wurde eingehalten und somit eine Steigerung von 22 % zum Jahr 2000 erreicht. Auch bei Einfamilienhäusern wurde ein Anstieg von circa einem Drittel im Vergleich zu 2004 verzeichnet. Bei der Vorfertigung von Gebäuden wurde sogar eine Verdreifachung festgestellt.

Seit 2009 bot die schwedische Forst- und Holzwirtschaft innerhalb der drei Jahre andauernden Initiative „Trästad“ (Holzstadt) Beratungen für Kommunen bezüglich eigener, regionaler Holzbaustrategien an. Mittlerweile sind solche regionalen Strategien zahlreich etabliert. Insgesamt nahmen zwölf Kommunen selbständig teil, wobei das Projekt allen Kommunen des Landes offenstand. 

Im Wesentlichen ist Trästad 2012 eine Holzbaustrategie auf Kommunalebene, die Forschung, Wirtschaft, Planungs- und Staatsbehörden sowie die Kommunalverwaltung selbst mit einbezieht. Die Kommunen fokussieren selbst den Holzbau und treiben ihn voran.

Eine Prognose der Universität Linköping (Brege et al., 2017) geht von einer möglichen Holzbauquote von 50 % bis 2025 bei Mehrfamilienhäusern und einem Gesamtanteil von 30-35 % bei Bauwerken aus. Folgt man der Voraussage, könnten weitere 8 000 Arbeitsplätze entstehen und 6 000 Arbeitsplätze von der Stadt auf das Land verlagert werden. Bis 2025 werden schätzungsweise 700 000 neue Häuser aus Holz gebaut. 

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