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25.07.2019DHWR sieht Nachholbedarf beim Entwurf zum Gebäudeenergiegesetz

Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf sollen das Energieeinsparungsgesetz, die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zusammengeführt und entbürokratisiert werden. Das Gesetz soll einen wichtigen Beitrag leisten zu dem bundespolitischen Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050 und der im Klimaschutzplan 2050 festgelegten Ziele für das Jahr 2030 sowie für das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte bis zum Jahr 2020 auf 14 Prozent zu steigern. 

Vor dem Hintergrund der aktuell intensiv geführten gesellschaftlichen und klimapolitischen Debatte und vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass die Klimaziele der Bundesregierung nur noch mit großen Anstrengungen erreicht werden können, kommt dem vorgelegten Gesetzesentwurf eine hohe Bedeutung zu. Denn das klimapolitische Regelwerk der Bundesregierung adressiert einen Sektor, der für ca. 30 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen steht. 

Die Deutsche Holzwirtschaft begrüßt die angestrebte Harmonisierung der Energieeinsparverordnung und dem Erneuerbare Wärme Gesetz. Gleichzeitig sehen wir den Gesetzesentwurf als zu wenig ambitioniert, um einen maßgeblichen Beitrag zur Erreichung o.g. Klimaschutzziele zu leisten. Diverse emissionsmindernde Maßnahmen sind nach Auffassung des DHWR im vorgelegten Entwurf unzureichend bzw. nicht berücksichtigt. Damit schöpft das Gesetz den Beitrag, den der Gebäudesektor zur Minderung der Treibhausgasemissionen leisten kann und muss bei weitem nicht aus.

Forderungen des DHWR zum Entwurf des GEG sind deshalb:

1.     Die Umstellung auf eine ganzheitliche Betrachtung der Gebäude inklusive der "Grauen Energie", denn im vorliegenden Entwurf bleiben die bei der Bauproduktherstellung erzeugten Emissionen unberücksichtigt. 

2.    Die Ökobilanzierung von Gebäuden: Gemäß vorliegenden Studien zur Einbeziehung der Grauen Energie, ist ein verpflichtender Nachweis der CO2-Emissionen im gesetzlichen Nachweis die Grundlage für eine Förderung für erreichte CO2-Einsparungen in der Planung.

3.    Zum Punkt Primärenergiefaktoren: Die Regelung eines Primärenergiefaktors für Biomethan führt zu einer Ungleichbehandlung gegenüber Strom aus erneuerbaren Energien. Daher muss sichergestellt sein, dass der Bezug von Biomethan langfristig gewährleistet ist.

4.    Die Berücksichtigung der Wärmeeffizienz der Gebäudehülle, denn viele Gebäude in Holzbauweise erfüllen i.d.R. Energiestandards, die 20-50% unter den vorgeschriebenen Anforderungen liegen. Sollte die Bundesregierung sich in Bezug auf die Effizienz der Gebäudehülle veranlasst sehen, weitere Maßnahmen zu erlassen, wäre der Holzbau grundsätzlich technisch dazu imstande, auch höhere Effizienzziele zu erfüllen.

5.    Zum Punkt baulicher Wärmeschutz: der Höchstwert für den Transmissionswärmeverlust (Ht’-Wert) eines Gebäudes fehlt im vorliegenden Entwurf.

6.     Maßnahmen zur Einsparung von Energie: Als Ersatzmaßnahme zur Nutzung erneuerbarer Energien sollten mindestens die Anforderungen nach dem EEWärmeG (letzte Fassung) gefordert werden. Nach dieser werden mind. 15 % Unterschreitung von Primärenergie- undTransmissionswärmebedarf verlangt.

7.    Den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen bei der Wärmeversorgung von Gebäuden, denn neben der Verwendung ökologischer Baustoffe, leistet auch der Einsatz erneuerbarer Energieträger einen großen Beitrag zu Steigerung des Klimaschutzes im Gebäudebereich. 

Eine Umstellung der Bewertungssystematik hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung ist die Voraussetzung einer baustoffneutralen Nutzung der positiven Effekte auch umweltfreundlicher Baustoffe. 

Zum Download der Stellungnahme des DHWR zum GEG geht es hier.