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28.04.2015Konkurrenz um Holz: Studie der TU München untersucht Auswirkungen

Mit der verstärkten energetischen Verwendung ist die Konkurrenz um Holz in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Ein Forschungsteam der Technischen Universität München hat in einer Studie für die Region Bayern nun untersucht, welche wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Folgen dieser "Run aufs Holz" nach sich ziehen könnte.

In ihrer Studie haben die Wissenschaftler anhand von drei Erdölpreis-Szenarien untersucht, wie sich Holzaufkommen und -nachfrage in Bayern bis 2035 entwickeln und welche Auswirkungen sich daraus ergeben könnten.

In den Szenarien wird deutlich, dass Holz insgesamt knapp wird: Um den Energieholz-Bedarf zu decken, seien höhere Pellets-Importe erforderlich. Bei der stofflichen Verwertung käme es teilweise zum Rückgang bei Kapazität und Produktion - auch wenn die verarbeitende Industrie technische Neuerungen einführt oder die Auslastung reduziert. Das geringere Produktangebot für die stoffliche Nutzung müsste durch Holzproduktimporte oder Ersatz aus Nicht-Holzprodukten gedeckt werden.

Die Forscher merken in ihrem Bericht an: Verschiebt sich die Holznutzung vom Referenzjahr 2010 in Zukunft weiter in Richtung energetische Nutzung, schlage sich dies spürbar auf die Gesamtbilanz von Holz nieder: Importe oder Substitutionsprodukte seien einzurechnen und deren ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen zu berücksichtigen.

Als ein wichtiges Fazit nennt Prof. Klaus Richter, Leiter der Holzforschung München an der TUM die ökologischen Vorteile durch mehrstufige Nutzung von Holz: "Wenn man Holz zunächst als Baumaterial, und erst zum Schluss als Brennholz nutzt, lassen sich günstige ökologische Effekte erzielen: Konstruktionsholz ist ein wichtiger, dauerhafter Kohlenstoff-Speicher. Daher sollte die Nutzung von Holz als Baustoff die primäre Verwertungsschiene sein."

Im Jahr 2010 wurde in Deutschland erstmals seit den Kriegsjahren mehr Holz energetisch als stofflich genutzt.

Die Pressemitteilung der TU München und den Bericht zur Studie können Sie hier nachlesen.