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05.12.2015Holzbau in Deutschland - Austausch mit dem Bundesbauministerium

Der UN-Klimagipfel in Paris hat ein starkes Signal ausgesandt. Die Weltgemeinschaft will die Klimaerwärmung in den Griff bekommen. Die deutsche Holzwirtschaft macht deutlich: Wir steht bereit für einen starken Beitrag zum Klimaschutz. Mit welchen konkreten Maßnahmen die Holzverwendung erhöht und so nachhaltig CO2 eingespart werden kann, erörterte der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) bereits vor dem Gipfel am 17. November 2015 mit Staatssekretär Jochen Flasbarth (BMUB) und dem Abteilungsleiter Klimaschutzpolitik Ministerialdirektor Franzjosef Schafhausen.

Diskutiert wurden in Verbindung mit den Aktionsprogrammen Klimaschutz der Bundesregierung die mögliche Förderung des Bauens mit Holz, die Bedingungen für eine Zertifizierung nachhaltiges Bauens und die anstehende Novellierung der Musterbauordnung.

Die Vertreter des DHWR erläuterten die Maßnahmenvorschläge, die der DHWR dem BMUB im Februar 2015 im Rahmen des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 vorgelegt hatte. Die Verbände der Holzwirtschaft formulierten darin konkrete Maßnahmen, die einerseits ergänzend zu bestehenden Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) und dem Aktionsplan Klimaschutz 2020 sowie andererseits als zusätzliche Impulse sehr gut geeignet sind, dazu beizutragen, die ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung doch noch zu erreichen. Beim Bauen mit Holz befürworten die DHWR-Vertreter die geplante Förderung im Rahmen der Nationalen Klimaschutz‐Initiative (NKI).

Aktionsbündnis Klimaschutz

Mehrere Mitgliedsverbände des DHWR bringen sich derzeit aktiv in das Aktionsbündnis Klimaschutz 2050 des BMUB ein. Um die besondere Bedeutung der Holzverwendung beim Klimaschutz und langfristige Maßnahmen zu erörtern, wurde vorgeschlagen, im Rahmen des Dialogbündnisses zum Aktionsprogramm Klimaschutz des BMUB eine Arbeitsgruppe „Bauen mit Holz“ einzurichten, um konkrete Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten.

Innenraumluft und Holzverwendung

Ein weiteres Thema es Gesprächs war die Innenraumlufthygiene. Hier sind aus Sicht des DHWR praxisnahe Regelungen gefragt. Derzeit wird der Kriteriensteckbriefs 3.1.3 Innenraumlufthygiene des BMUB-Zertifikats Nachhaltiges Bauen überarbeitet. In seiner Stellungnahme vom Juni 2015 hat der DHWR das BMUB aufgefordert, den Entwurf zu prüfen und zu überarbeiten. Im Fokus des Verbands stehen die Messweise von flüchtigen organischen Verbindungen (Volatile-organic-compounds = VOC) und ihre Bedeutung für die Innenraumluftqualität.

Der DHWR warnt davor, Verbrauchern vorzugaukeln, es müsse ein „Null“-Emissionshaus angestrebt werden. „Es wäre ein völlig unsinniges und mit nachwachsenden Rohstoffen auch unerreichbares Ziel, die Emissionen aus natürlichen Baustoffen wie Holz auf ‚null’ zu reduzieren“, sagt Xaver Haas, Präsident des DHWR dazu.