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08.03.2016Holzwirtschaft Universität Hamburg: Studiengang und Holzforschung in Gefahr

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) wandte sich in einem Schreiben an die verantwortliche Senatorin, um sich gegen die drohende Schließung einer der wichtigsten Ausbildungs- und Forschungsstätten für die Holzwirtschaft im deutschsprachigen Raum auszusprechen. Zahlreiche Branchenverbände fordern ebenso den Erhalt des Studiengangs. Allein auf der Petitionsplattform Change.org haben sich aktuell knapp 35.000 Unterzeichner für den Erhalt eines eigenständigen Zentrums Holzwirtschaft an der Universität Hamburg ausgesprochen. Der DHWR bezweifelt, dass durch die vom Präsidenten der Universität Hamburg nach den Protesten einberufene Kommission, die ein Konzept zum Erhalt des Studiums entwickeln soll, ein vollwertiger Studiengang erhalten werden kann. Zu groß scheinen die Sparauflagen und das Desinteresse an der Holzwirtschaft seitens der Universität.

Wichtig wären für den Erhalt des Studiengang und des Forschungszentrums neben einem Kooperationsvertrag des Bundes mit der Universität auch die Übernahme der Mietkosten für das Zentrum Holzwirtschaft in Bergedorf durch den Senat. Im Vergleich mit anderen Forschungszentren erscheint es sowieso ungewöhnlich, dass die Gebäudemieten eines Forschungszentrums aus Forschungsmittel der Universität bestritten werden müssen.

Die Arbeitsgruppe verfolgt laut Informationen des DHWR das Ziel, lediglich einen „Schmalspur-Studiengang“ zu erhalten. So bleibt zu befürchten, dass beispielsweise einige Fachgebiete auf andere branchenfremde Lehrstühle verteilt werden, um Professuren einzusparen.

Nachhaltiges Wirtschaften steht bei Grünen-Sentorin nicht hoch im Kurs

Gerade gesellschaftspolitisch wichtige Forschungsbereiche, wie die Bioökonomie – also die stärkere Nutzung nachwachsender Rohstoffe – könnten dabei auf der Strecke bleiben. Eine Entwicklung, die verwundert – besonders da die Bundesregierung mit ihrer „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ eben gerade diese nachhaltige und wissensbasierte Wirtschaftsform besonders in den Fokus gerückt hat.

Umso erstaunlicher wirkt die geplante Schließung des „grünen“ Studiengangs, als dass dies im Verantwortungsbereich von Senatorin Katharina Fegebank, einer Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen, liegt. Ihre Partei hat sich explizit das Thema nachhaltiges Wirtschaften auf die Fahnen geschrieben. Mit der Schließung oder der Schwächung des Forschungszentrums würde eine Forschungs- und Bildungspolitik zum Tragen kommen, die sowohl den Zielen der Bundesregierung als auch der Partei zuwider läuft.