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12.09.2013Deutsche Holzwirtschaft fordert Änderung der bevorstehenden Energieeinsparverordnung

Am 26. September 2013 tritt der Umweltausschuss des Bundesrates zusammen, um über die Verabschiedung der 2. Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung (2. VO EnEV) zu beraten. Der Deutsche Holzwirtschaftsrat e.V. (DHWR) befürchtet eine erhebliche Benachteiligung beim Einsatz nachwachsender Rohstoffe im Bauwesen, sollte diese  verabschiedet werden.

Die Verordnung steht damit im Widerspruch zu dem von der Bundesregierung formulierten Ziel, den Anteil nachwachsender Rohstoffe im Bauwesen zu erhöhen. Gemeinsam mit dem Verband Holzfaser Dämmstoffe e.V. (VHD) appelliert der DHWR an die Mitglieder des Umweltausschusses des Bundesrates, die bevorstehende Verordnung zu überarbeiten.

Berlin, 12. September 2013 – Am 26. September 2013 tritt der Umweltausschuss des Bundesrates zusammen, um über die Verabschiedung der 2. Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung (2. VO EnEV) zu beraten. Der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung folgend, sollte mit dieser Maßnahme auch der Anteil nachwachsender Roh- und Baustoffe im Bau- und Sanierungsfall erhöht werden. „Genau das Gegenteil wird passieren, wenn die Verordnung in der vorliegenden Fassung vom Umweltausschuss des Bundesrats verabschiedet wird,“ so Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer des DHWR. Kleine Zahl mit großer Wirkung Die Änderung der EnEV umfasst eine Anpassung des Maximalwerts der Wärmeleitfähigkeit für Dämmstoffe von derzeit λ = 0,040 (EnEV 2009) auf λ = 0,035 Watt je Kelvin und Meter (W/(m·K)). „Was dem Laien als ein unscheinbares Detail vorkommen mag, wird gravierende Folgen für die Verwendung fast aller nachwachsenden Rohstoffe im Bauwesen haben“, erläutert Dr.-Ing. Tobias Wiegand, Geschäftsführer des VHD und Experte für Dämmstoffe aus Holzfasern. „Bei den meisten Bau- oder Sanierungsvorhaben wären Naturdämmstoffe von der Verwendung ausgeschlossen, da deren Wärmeleitfähigkeit meist über dem neuen Maximalwert in Höhe von λ = 0,035 W/(m·K) liegt“, so Wiegand weiter. Die Herabsetzung der Wärmeleitfähigkeit benachteilige daher ökologisch vorteilhafte Naturmaterialien wie Holz, Hanf, Kork, Zellulose und alle Holzrecyclingstoffe.   Forderungen an den Umweltausschuss DHWR und VHD fordern, die Verabschiedung der 2. EnEV zu vertagen und sie einer erneuten Prüfung zu unterziehen. Die maximale Wärmeleitfähigkeit sollte nicht herabgesetzt, sondern der bisherige Wert beibehalten werden.   Gute Gründe für die weitere Verwendung nachwachsender Rohstoffe Bei Neubau- oder Sanierungsvorhaben ist die Dämmdicke nur eines von vielen Entscheidungskriterien für oder gegen ein bestimmtes Wärmedämmverbundsystem. Im Vergleich zur gesamten Dämmfläche ist der Anteil von Flächen mit begrenzter Dämmdicke verschwindend gering. So ist an Türen und Fenstern etwa die technisch realisierbare Dämmdicke häufig begrenzt. In diesen Fällen müsste – dem neuen Grenzwert der 2. VO zur EnEV folgend – auf einen Dämmstoff mit geringerer Wärmeleitfähigkeit zurückgegriffen werden, um die gleiche Dämmleistung zu erhalten.   Die Vorteile von Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gegenüber mineralischen und erdölbasierten Dämmstoffen sind zahlreich: • höhere Rohdichte, gleichzeitig eine offenporige Struktur bei sehr günstigen schalltechnischen Eigenschaften, • hervorragendes Diffusionsverhalten zur Verbeugung von Schimmel- und Feuchteschäden, •  ein geringerer Energieverbrauch in der Herstellung,  • umweltfreundliche Entsorgung durch Recycling und energetische Verwertung bzw. Kompostierung. Nicht zuletzt werden in vielen Fällen aus Gründen der Wohngesundheit und der Ökologie (CO2-Speicherung und geringer Bedarf an nicht erneuerbaren Energien bei der Herstellung) Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gewünscht und von der Bundesregierung entsprechend gefördert. Downloads:

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