Pressearchiv


25.05.2016Buchenrundholz und -schnittholz kann wieder nach Indien geliefert werden

Neue Einfuhrbedingungen in Indien ermöglichen neben dem Import von Buchenrundholz auch den Import von wärmebehandeltem Buchenschnittholz aus Deutschland. Darüber hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Pflanzenschutzdienste der Bundesländer informiert, die auf dieser Basis phytosanitäre Gesundheitszeugnisse (PGZ) ausstellen können.

Berlin, 25. Mai 2016 – Wie das indische Landwirtschaftsministerium kürzlich gegenüber dem BMEL bestätigte, sind die neuen Einfuhrbedingungen des Landes in Kraft, so dass nun sowohl Buchenrundholz als auch wärmebehandeltes Buchenschnittholz aus Deutschland eingeführt werden kann (Notifizierung G/SPS/N/IND/118).

Die deutschen Pflanzenschutzdienste können ab sofort Pflanzengesundheitszeugnisse ausstellen, wenn der Exporteur eine indische Einfuhrgenehmigung für Buchenschnittholz vorlegt und die entsprechenden Einfuhranforderungen erfüllt sind. Diese geben vor, dass Buchenholz europäischer Herkunft frei von bestimmten Schadorganismen (28 Insektenarten und 24 Pilzarten), von Samen regulierter Unkräuter und von Bodenverunreinigungen sein muss. Das Schnittholz muss zudem eine Hitzebehandlung von 56 Grad Celsius Kerntemperatur über eine Dauer von 30 Minuten erfahren haben.

Hintergrund: Fehlender Eintrag der Europäischen Buche auf der Importliste

Bislang war nur die Amerikanische Buche (Fagus grandifolia), nicht aber die Europäische Buche (Fagus sylvatica) in den indischen Importbestimmungen verzeichnet. Diese gesetzliche Regelung war seit vielen Jahren bekannt, wurde jedoch weder von den deutschen noch von den indischen Behörden beanstandet, sondern im Interesse der Exporteure ausgelegt. Im Jahr 2014 war es jedoch vor dem Hintergrund von Unstimmigkeiten über Importbestimmungen von landwirtschaftlichen Produkten zwischen Indien, Deutschland und der EU zum faktischen Exportstopp von europäischer Buche nach Indien gekommen. Die indische Seite ermahnte Deutschland im Zuge dessen, die indischen Importbestimmungen einzuhalten. Die Pflanzenschutzdienste der Bundesländer verweigerten daraufhin den deutschen Exporteuren die Ausstellung von phytosanitäre Gesundheitszeugnisse für europäisches Buchenholz.

Anträge der Industrie beim indischen Landwirtschaftsministerium, die europäische Buche (Rotbuche) auf die Importliste zu setzen, waren in der Vergangenheit erfolglos. Nach mehrmonatigem Einsatz des DHWR und der Exportbetriebe auch auf politischer Ebene ist es mit engagierter Unterstützung des BMEL, des Julius-Kühnen-Instituts und der deutschen Botschaft in Indien nun zu einer Einigung gekommen.

Pressekontakt
Dr. Denny Ohnesorge
Deutscher Holzwirtschaftsrat e.V. (DHWR)
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin

Tel.:       +49 30 72 0204 3885          
E-Mail:   presse@dhwr.de
Web:      www.dhwr.de

Über den Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR)
Der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) hat 15 Mitgliedsverbände mit über 70.000 Betrieben, die mit ca. 650.000 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 120 Milliarden Euro generieren. Die Dachorganisation der deutschen Holzwirtschaft deckt durch die Mitgliedschaft der führenden Verbände der Holzbranche die gesamte Wertschöpfungskette ab. Diese reicht vom Rohholz, das von der Säge-, Holzwerkstoff- sowie Zellstoff- und Papierindustrie bearbeitet wird, über die Weiterverarbeitung von Holz und Holzprodukten in der Möbel- und Packmittelindustrie, in der Pelletproduktion sowie in den Handwerksbetrieben und im Holzbau, bis hin zum Vertrieb durch den Handel und die Makler. Der Kreislauf schließt sich durch das Recycling von Altpapier und Holz.