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08.12.2021Neue Bundesregierung - Präsident der Holzwirtschaft fordert neue Baupolitik für Deutschland: „Energiepolitik und Gebäudesektor müssen im Bauministerium gebündelt werden.“

PRESSESTATEMENT

Berlin, 8. Dezember 2021. Der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) begrüßt die Entscheidung der Koalitionsparteien für ein eigenständiges Bauministerium und gratuliert der neuen Ministerin Klara Geywitz (SPD) zur heutigen Vereidigung. Nachhaltiges Bauen muss nun das notwendige politische Gewicht bekommen, plädiert DHWR-Präsident Erwin Taglieber: 

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und den Austausch mit der künftigen Bauministerin Klara Geywitz. Bisher wurden die Themen Bauen und Wohnen stiefmütterlich behandelt. Es ist gut, dass mit einem Bauministerium dieser Bereich aufgewertet werden soll. Als Dachorganisation der deutschen Holzwirtschaft begrüßen wir es sehr, dass die designierte Ministerin bereits davon sprach, es müsse künftig energiesparend und klimaschonend gebaut werden. 

Laut UNO macht die Bau- und Gebäudewirtschaft mittlerweile rund 38 Prozent der globalen CO2-Emissionen aus. In Deutschland müssen laut Bundesregierung in diesem Sektor die Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 66 bis 67 Prozent sinken. Es ist klar: Ohne eine neue Baupolitik kann das nie gelingen.

Aus unserer Sicht müssen moderne und klimafreundliche Bauweisen und Technologien durch die neue Bauministerin viel besser ausgeschöpft werden, um den emissionsreichen Baubereich durch CO2-bindende Produkte und Prozesse nachhaltig weiterentwickeln zu können. Deshalb fordert der DHWR: 

  • Elementiertes und vorgefertigtes Bauen fördern 
  • Positive Bewertung einer kurzen Bauzeit
  • Klimaschutz bei öffentlicher Beschaffung unterstützen
  • Senkung der „Grauen Energie“
  • Digitalisierung und Entbürokratisierung vorantreiben

Um diese Ziele umzusetzen, plädieren wir dafür, energiepolitische Fragen des Gebäudesektors unter dem Dach des noch zu schaffenden Bauministeriums zu bündeln, statt wie bisher im Wirtschaftsministerium. Auf diese Weise kann eine deutliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor eingeleitet werden, beispielsweise indem die Umweltwirkungen eines Gebäudes aus dem gesamten Lebenszyklus innerhalb der Gebäudebewertung berücksichtigt werden.

400.000 neue Wohnungen will die neue Regierung jedes Jahr bauen, die gerade in Ballungszentren benötigt werden. Dafür muss das von der SPD geführte Bundesministerium Neubau und (Nach-)Verdichtung gleichberechtigt fördern und zugleich neue Strategien im Baurecht ermöglichen: in punkto Bebauungsdichte, Verkürzung der Genehmigungsprozesse, Abstandsflächen, Stellplatznachweis, Brand- und Schallschutz. 

Wenn die neue Bauministerin es möglich macht, wird der natürliche Rohstoff Holz aufgrund seiner Flexibilität und des geringen Gewichts in den nächsten Jahren zur Schaffung neuen Wohnraums einen entscheidenden Beitrag leisten können. Gleichzeitig werden durch den verstärkten Einsatz des Kohlendioxids bindenden Materials die Klimaziele etwas näher rücken.“

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