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04.02.2022Staatliche Bauförderung - Präsident der Holzwirtschaft pocht auf Eile: „Klimagerechtes Bauen braucht eine Perspektive!“

PRESSESTATEMENT

Berlin, 4. Februar 2022. Nach der harten Kritik am abrupten Förderstopp für energieeffiziente Neubauten und Sanierung haben Ampel-Regierung und Förderbank KfW einen Kompromiss vorgelegt. Das in Aussicht gestellte Anschlussprogramm für eine Neuausrichtung auf den strengeren EH40-Standard müsse nun schnell kommen, mahnt der Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR), Erwin Taglieber, an.

„Wir begrüßen es grundsätzlich, dass die neue Regierung keine Zeit verstreichen lässt, um die Bauwende einzuleiten. Klimafreundliche Bauvorhaben sind einer der tragenden Pfeiler zum Erreichen der deutschen Klimaziele, wozu der Baustoff Holz einen entscheidenden Teil wird beitragen können.

Aber nach dem Zick-Zack-Kurs der letzten Wochen muss die Ampel-Regierung jetzt rasch Klarheit schaffen und eine Übergangsregelung umsetzen, die Bauherren und ausführenden Unternehmen schnell Planungssicherheit bietet. Die im Sinne des Klimaschutzes geplante Bevorzugung des strengeren KFW40-Standards ließe sich problemlos in der Holzbauweise umsetzen! Für die Neuausrichtung der Bauförderung kommt es deshalb jetzt darauf an, alle relevanten Eckpunkte frühzeitig zu kommunizieren. Andernfalls droht die nächste Antragsflut.

Es ist klar: Neue Maßstäbe für Fortschritt beim Klimaschutz sind dringend notwendig. Umso mehr hoffen wir, dass die Bundesregierung ihre angekündigte stärkere Ausrichtung auf die Einsparung von Kohlendioxid zügig umzusetzen wird. Hierfür sind aus unserer Sicht folgende Schritte dringend notwendig:

  1. Neuausrichtung der Gebäudebewertung durch Berücksichtigung der grauen Energie
  2. Festlegung der Ökobilanzierung von Gebäuden als Bewertungskriterium für gestaffelte KfW-Zuschüsse und Zinsniveaus, z.B. wie im Koalitionsvertrag angekündigt und vom DHWR gefordert nach Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) pro m2 Wohnfläche
  3. Festlegung eines Investitionszuschusses für die Verwendung von CO2-speichernden Baustoffen.

Es darf keine Ausreden mehr geben, dass dieses oder jenes nicht umgesetzt werden kann. Sollten Daten für eine ganzheitliche Gebäudebewertung fehlen, so sind entsprechende Übergangsfristen zu definieren, um Industrie und Wirtschaft die Erarbeitung der Daten zu ermöglichen.“